Galvanische Überzüge

Bei der galvanischen Beschichtung wird durch ein elektrolytisches Bad Strom geschickt. Am Pluspol (Anode) befindet sich das Metall, das aufgebracht werden soll (z. B. Zink oder Nickel), am Minuspol (Kathode) der zu beschichtende Gegenstand. Der elektrische Strom löst dabei Metallionen von der Verbrauchselektrode ab und lagert sie durch Reduktion auf der Ware ab. So wird der zu veredelnde Gegenstand allseitig gleichmäßig mit Kupfer oder einem anderen Metall beschichtet. Je länger sich der Gegenstand im Bad befindet und je höher der elektrische Strom ist, desto stärker wird die Metallschicht (z. B. Zinkschicht).

Abkürzungen Galvanische Überzüge

Tabelle 1: Überzugsmetall

Überzugsmetall Kennbuchstabe 
 Kurzzeichen Element 
Zn Zink A
Cd 1) Cadmium B
Cu Kupfer C
CuZn Kupfer-Zink D
Ni b 2) Nickel E
Ni b Cr r 2) Nickel-Chrom F
CuNi b 2) Kupfer-Nickel G
CuNi b Cr r 2) Kupfer-Nickel-Chrom H
Sn Zinn J
CuSn Kupfer-Zinn K
Ag Silber L
CuAg Kupfer-Silber N
ZnNi Zink-Nickel P
ZnCo Zink-Cobalt Q
ZnFe Zink-Eisen R

1) Die Verwendung von Cadmium ist in bestimmten Ländern eingeschränkt.

2) Der ISO-Klassifikationscode ist in ISO 1456.

Tabelle 2: Schichtdicke

Schichtidicke (µm) Kennzahl 
 ein Überzugsmetall  zwei Überzugsmetalle 1)
keine Schichtdicke vorgeschrieben - 0
3 - 1
5 2 + 3 2
8 3 + 5 3
10 4 + 6 9
12 4 + 8 4
15 5 + 10 5
20 8 + 12 6
25 10 + 15 7
30 12 + 18 8

1) Die für das erste und zweite Überzugsmetall festgelegten Dicken gelten für alle Kombinationen von Überzügen mit der Ausnahme, dass Chrom die oberste Schicht ist, die immer eine Dicke von 0,3 µm hat.

Tabelle 3: Nachbehandlung und Passivieren durch Chromatieren 

Glanzgrad

Passivieren durch Chromatieren1)
Eigenfarbe

Kennbuchstabe

matt keine Frabe A
bläulich bis bläulich irisierend2) B
gelblich schimmernd bis gelbbraun, irisierend C
olivgrün bis olivbraun D
blank keine Frabe E
bläulich bis bläulich irisierend2) F
gelblich schimmernd bis gelbbraun, irisierend G
olivgrün bis olivbraun H
gänzend keine Frabe J
bläulich bis bläulich irisierend2) K
gelblich schimmernd bis gelbbraun, irisierend L
olivgrün bis olivbraun M
hochglänzend keine Farbe N
beliebig wie B, C oder D P
matt braunschwarz bis schwarz R
blank braunschwarz bis schwarz S
glänzend braunschwarz bis schwarz T
alle Glanzgrade ohne Chromatieren 3) U

1) Passivieren ist nur bei Zink- oder Cadmiumüberzügen möglich.

2) Gilt nur für Zinküberzüge.

3) Beispiel für einen solchen Überzug: A5U

Hinweis

Wenn die Bauteilhärte über 320 HV bzw. die Zugfestigkeit Rm über 1.000 MPa liegt, ist eine Überprüfung des Herstellprozesses unter Anwendung einer Prüfung zur Erkennung von Wasserstoffversprödung durchzuführen. Generell sollte hier von einer galvanischen Beschichtung ganz abgesehen werden um die Gefahr eines Wasserstoffsprödbruches ausschließen zu können. 

Soll trotzdem eine galvanische Beschichtung aufgebracht werden, so müssen die Teile spätestens 4 Stunden nach der galvanischen Behandlung bei ca. 200°C und ca. 6 Stunden getempert werden. Durch die nachträgliche Wärmebehandlung wird das Risiko einer Wasserstoffversprödung vermindert, eine vollständige Beseitigung kann aber nicht garantiert werden.

Quellen

DIN EN ISO 4042 - Verbindungselemente - Galvanische Überzüge

DIN EN ISO 15330 - Verbindungselemente - Verspannungsversuch zur Entdeckung von Wasserstoffversprödung - Verfahren mit parallelen Auflageflächen

DIN EN ISO 1456 - Metallische und andere anorganische Überzüge - Galvanische Überzüge aus Nickel, Nickel plus Chrom, Kupfer plus Nickel und Kupfer plus Nickel plus Chrom

http://de.wikipedia.org/wiki/Galvanotechnik (09.09.2011)