Gewindeherstellung

Gewindeschneiden

Eine Möglichkeit der Gewindeherstellung ist das Gewindeschneiden (auch Gewindestrehlen genannt). Dabei wird das Gewinde spanabhebend eingebracht.

Gewindewalzen / Gewinderollen

Unter dem Gewindewalzen, oftmals auch Gewinderollen genannt, versteht man die spanlose Fertigung von Gewinden durch Kaltumformung, bei der das Profil in die Oberfläche des entsprechenden Rohteils gewalzt wird. Nach DIN 8580 gehört das Gewindewalzen zum Umformen, genauer Druckumformen und dort zum Walzen.

Die Umformung beruht auf der Erzeugung von Druckspannungen durch ein oder mehrere sich auf dem Werkstück abbildende Werkzeuge. Dieses Verfahren ist wesentlich schneller und bei großen Stückzahlen kostengünstiger als andere Methoden zur Herstellung von Gewinden, namentlich das Gewindeschneiden. Es werden auch Rändelungen und Kerbverzahnungen mit diesem Verfahren hergestellt.

Es können alle Werkstoffe, die eine Mindestdehnung von 6% aufweisen sowie eine Zugfestigkeit von max. 1400 N/mm² nicht überschreiten mit diesem Verfahren bearbeitet werden. Dazu gehören auch hochlegierte Stähle, Messing und spezielle Aluminium Legierungen. Nicht walzbar sind besonderes spröde (z.B. Grauguss) und extrem weiche Werkstoffe (z.B. Blei) sowie Kunststoffe.

Weitere Vorteile des Gewindewalzens:

  • Die Korngrenzen werden nicht unterbrochen. (=> ungebrochene Werkstofffaser) 
  • Durch die Kaltverformung wird eine Oberflächenverfestigung erreicht. (=> höhere Festigkeit) 
  • Presspolierte Gewindeflanken (=> glatte Oberfläche) 
  • Höhere Verschleißfestigkeit 
  • Reduzierte Kerbempfindlichkeit 
  • Keine Späne, dadurch geringerer Materialbedarf.

Oberflächenfehler und Beschädigungen am Gewinde

Beschädigungen am Gewinde können sowohl bei der Herstellung (z.B. kleine Überwälzungen oder Profilabweichungen, Vergütung, Beschichtung in der Trommel) als auch im weiteren Verlauf (Abpacken, Lagerhaltung, Transport) auftreten.

Kleinere Beschädigungen wie Kerben, Schlagstellen oder Dellen, welche die Gängigkeit in Gewindelehren oder im Gegengewinde erschweren, sind technisch unvermeidlich und stellen keinen Sachmangel dar.

Diese fertigungsbedingten Oberflächenfehler und Beschädigungen sind bis zu bestimmten Grenzen zulässig und sind in den entsprechenden Normen beschrieben. Wenn für bestimmte Einsatzfälle besonders leichtgängige Gewinde erforderlich sein sollten, sind hierfür entweder größere Toleranzen oder ein nachträgliches "Glättwalzen" mit Gewindeschutz in Erwägung zu ziehen. 

Quellen

DIN EN 26157-1 - Verbindungselemente; Oberflächenfehler; Schrauben für allgemeine Anforderungen

DIN EN ISO 6157-2 - Verbindungselemente - Oberflächenfehler - Teil 2: Muttern 

http://de.wikipedia.org/wiki/Gewindewalzen (06.09.2011)