Rissprüfung

Die Rissprüfung von Werkstoffen und fertigen Bauteilen gehöhrt zu den so genannten zerstörungsfreien Prüfungen (ZfP). Diese Prüfungen sind dadurch gekennzeichnet, dass das Werkstück durch die Prüfung in der späteren Verwendung nicht beeinträchtigt wird. In aller Regel sind die hierbei detektierten Fehler nicht durch eine normale Sichtprüfung festzustellen.
 

Magnetpulverprüfung (MT)

Die Magnetpulverprüfung (MT) wird zur Detektion von Oberflächenfehlern (Rissen) in ferritischen Werkstoffen (vorwiegend Stahl) verwendet. Das Verfahren hat den Vorteil einer sehr hohen Empfindlichkeit für den Nachweis von Oberflächenfehlern.

Durch den Einsatz verschiedener Magnetisierungstechniken wird ein magnetisches Feld in das zu prüfende Werkstück eingebracht. Dicht an und in der Oberfläche des Werkstücks, an denen sich die magnetischen Eigenschaften (relative Permeabilität) des Werkstoffes deutlich ändern (z. B. Risse), tritt das Magnetfeld als magnetischer Streufluss aus der Oberfläche aus. Visualisieren lässt sich dieser Effekt durch farbige (meist schwarze oder fluoreszierende) magnetisierbare Partikel (Magnetpulver), die auf den Prüfgegenstand während der Prüfung aufgebracht werden.

Die Magnetpulverprüfung ist im Vergleich zu anderen zerstörungsfreien Prüfmethoden auch bei komplizierter Werkstoffgeometrie und unbearbeiteten Oberflächen sicher einsetzbar.

Quelle: DGZfP - Deutsche Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung (ZfP) - http://www.dgzfp.de



 

Farbeindringprüfung (PT)

Die Eindringprüfung (PT) ist ein zerstörungsfreies Prüfverfahren zum visuellen Nachweis von zur Oberfläche hin offenen Materialtrennungen (z.B. Poren und Risse) an einem Werkstück. Das Verfahren kommt unter anderem bei nicht magnetisierbaren Stählen (z.B. austenitische Stähle) zu Einsatz. 

Aufgrund von chemisch-physikalischer Eigenschaften (Kapillareffekt) dringt eine auf die rückstandsfrei gereinigte Oberfläche des Prüfgegenstandes aufgebrachte Flüssigkeit (Eindringmittel) in die defekten Oberflächenstellen ein. Nach einer Zwischenreinigung der Prüfoberfläche wird dieses Eindringmittel durch einen sogenannten Entwickler (meist weißes Pulver) als Kontrasthintergrund sichtbar gemacht. Häufig werden rote Farbeindringmittel verwendet, die rote Anzeigen auf weißem Hintergrund erzeugen (“Rot/Weiß-Prüfung“). Durch Verwendung fluoreszierender Eindringmittel in Kombination mit UV-Strahlung lässt sich der Kontrast einer Anzeige deutlich verstärken.

Quelle: DGZfP - Deutsche Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung (ZfP) - http://www.dgzfp.de



 

Ultraschallprüfung (UT)

Mit der Ultraschallprüfung (UT) lassen sich Inhomogenitäten und Fehlstellen im gesamten Querschnittsbereich von Werkstücken aus schallleitfähigem Material detektieren. Ein mittels Koppelmedium (Gel, Wasser oder Öl) aufgesetzter Prüfkopf emittiert beziehungsweise empfängt Ultraschall von 0,5 bis 25 MHz.

Das Verfahren beruht auf der Wechselwirkung zwischen einem in den Prüfling eingebrachten Ultraschallimpuls und dessen Reflexion, Abschattung, Brechung oder Schwächung beim Auftreffen auf Grenzflächen, Ungänzen bzw. die Oberfläche eines anderen Werkstoffes. Diese Beeinflussung kann in Impuls-Echo-Technik, Durchstrahlungstechnik oder Resonanztechnik gemessen werden und dient dem Nachweis von Ungänzen und Fehlern nach Lage, Form und Größe. Laufzeitmessungen ermöglichen auch die Bestimmung von Wanddicken und Werkstoffkennwerten.

Quelle: DGZfP - Deutsche Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung (ZfP) - http://www.dgzfp.de



 

Wirbelstromprüfung (ET)

Bei der Wirbelstromprüfung wird der Effekt ausgenutzt, dass die meisten Verunreinigungen und Beschädigungen in einem elektrisch leitfähigen Material auch eine andere elektrische Leitfähigkeit oder eine andere Permeabilität als das eigentliche Basismaterial haben.

Bringt man eine mit Wechselspannung beaufschlagte Spule in die Nähe einer metallischen oder elektrisch leitenden Oberfläche, entstehen oberflächennahe kreisförmige symmetrische Wirbelströme senkrecht zu den in das Werkstück eintretenden magnetischen Feldlinien. Die Wirbelströme erzeugen ein weiteres sekundäres Magnetfeld, das dem ursprünglichen entgegengesetzt verläuft und dieses schwächt. Ein Oberflächenriss bzw. eine Materialinhomogenität zwingen die Wirbelströme zu einem Umweg und schwächen diese. Die schadens- bzw. materialspezifische Rückwirkung der Wirbelströme auf das erzeugte sekundäre Magnetfeld lässt sich messtechnisch durch problemangepasste Spulensysteme erfassen.     

Neben der Detektion von Fehlstellen und Materialinhomogenitäten an der Oberfläche und in Oberflächennähe von elektrisch leitenden Werkstoffen wird dieses Messverfahren auch zur Bestimmung von mechanisch technologischen Materialeigenschaften (z. B. Härte, Festigkeit, Gefügezustand, Eigenspannungen, usw.) sowie zur Verwechslungsprüfung angewandt.

Quelle: DGZfP - Deutsche Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung (ZfP) http://www.dgzfp.de 



 

Röntgenprüfung (RT)

Für die Durchstrahlungsprüfung (RT) benötigt man energiereiche Strahlung, wie Röntgen- und Gammastrahlen, mit der Eigenschaft Materie zu durchdringen. Inhomogenitäten und Fehlstellen im gesamten Querschnitt von Werkstücken aus Materialien aller Art führen zu unterschiedlicher Schwächung der durchdringenden Strahlung. Der unterschiedliche Schwächungsgrad lässt sich auf einem hinter dem Prüfobjekt liegenden Film durch spezielle Bildwandler als Schwärzungsunterschied dokumentieren.    

Im Projektionsbild des Bauteils lassen sich abweichende Materialdicke, volumenhafte Fehler und auch Risse bei geeignetem Einstrahlwinkel als unterschiedliche Schwärzung erkennen. Kontrast und Fehlerauflösung stehen dabei in funktionalem Zusammenhang mit der Bauteildicke, der Strahlerqualität, der Streustrahlung sowie dem Typ des Films.

Quelle: DGZfP - Deutsche Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung (ZfP) http://www.dgzfp.de