Werkstoffkombinationen

Schraube
50 70 KB Y_ YK YB KG GA GB GC V_ VH VW S_ SD SB

Mutter

50 O - - - - - - - - - - - - - - -
70 O O - - - - - - - - - - - - - -
80 X X - - - - - - - - - - - - - -
KB - - X - - - - - - - - - - - - -
Y - - - O O O - - - - - - - - - -
YK - - - X X X - - - - - - - - - -
YB - - - O O O - - - - - - - - - -
KG - - - - - - O X - - - - - - - -
GA - - - - - - X X X X - - - - - -
GB - - - - - - - O O O - - - - - -
GC - - - - - - - O O O - - - - - -
V - - - - - - - - - - O O O - - -
VH - - - - - - - - - - O O O - - -
VW - - - - - - - - - - O O O - -
S - - - - - - - - - - - - - O - -
SD - - - - - - - - - - - - - - O -
SB - - - - - - - - - - - - - - - O
  Vorzugskombination
  zulässige Kombination
 -    nicht empfohlen 

Festfressen rostfreier Verbindungselemente

Das "Festfressen" von rostfreien Verbindungselementen zwischen Schraube und Mutter kann unterschiedliche Ursachen haben:

1. Oberflächenfehler im Gewinde
Verursacht werden diese in der Regel beim Rollen von Gewinden auf bereits kaltverfestigten Oberflächen. Sie sind gekennzeichnet durch eine angerissene, zerklüftete und schuppige Oberfläche in den Gewindeflanken. Durch diese Oberflächenfehler erhöht sich die Oberfläche und damit die Angriffsfläche für korrosive Einflüsse.

2. Falsche Werkzeugauswahl
Unter Umständen können die eingesetzten Werkzeuge für die Verarbeitung des Werkstoffes nicht geeignet sein. So kann zum Beispiel beim Schneiden eines Gewindes durch ein ungeeignetes Werkzeug das Gewinde nicht sauber und vollständig geschnitten werden, wodurch es bei der Montage zu Kaltverschweißungen kommen kann. Gleiches gilt auch für das Umformen von Gewinden. Auch hier kann durch falsche oder defekte Werkzeuge die vorgenannte Situation eintreten.

3. Härteunterschied
Einer der häufigsten Ursachen für das Festfressen ist die Unterschreitung einer Härtedifferenz zwischen Schrauben- und Mutterngewinde. Diese Differenz ist essentiell dafür verantwortlich, dass sich die Verbindungselemente nicht durch physikalisch-chemische Reaktionen dauerhaft verbinden ("festfressen"). Es sollte eine Härtedifferenz von mindestens 50 HV angestrebt werden um die Gefahr zu minimieren. In der Regel ist dies bei kaltumgeformten Verbindungselementen der gleichen Festigkeitsklasse sichergestellt, da das Schraubengewinde durch den Umformprozess eine deutliche Kaltverfestigung in den Gewindeflanken erfährt. Um die Gefahr beim Einsatz unterschiedlicher Werkstoffe zu reduzieren sollten vor der Herstellung die Lieferzustände (mechanische Eigenschaften) der Vormaterialien verglichen werden.

Eine zusätzliche Sicherheit kann durch den Einsatz entsprechender Gleitpasten erzielt werden, die vor der Montage auf das Schraubengewinde aufgebracht werden. Diese Maßnahme wird häufig bei so genannten Heißschraubenverbindungen angewandt, um das Verschweißen der Verbindungeelemente bei hohen Einsatztemperaturen zu verhindern. 

Quellen

DIN 267-13 - Mechanische Verbindungselemente - Technische Lieferbedingungen - Teil 13: Teile für Schraubenverbindungen mit besonderen mechanischen Eigenschaften zum Einsatz bei Temperaturen von -200 °C bis +700 °C

Wilke, F. (2002) ThyssenKrupp Steel Kurzbericht 2806 - Wie vermeide ich das Festfressen rostfreier Verbidnungselemente? 
Online: http://www.edelstahl-rostfrei.de/downloads/ISER/Festfressen_vermeiden.pdf (05.09.2011)